Kirche zu Erlbach

Erlbacher KircheUrsprünglich ist Erlbach 1235 erstmals erwähnt. Vermutlich hat vor langer Zeit in dem Waldhufendorf Erlbach eine Kapelle gestanden, deren Standort heute nicht mehr feststellbar ist. Etwa im 15. Jahrhundert baute man an dem Platz, an dem die Kirche noch steht, ein Gotteshaus, welches 1871 wegen Baufälligkeit abgetragen werden musste.

 

Nur der aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert stammende Unterbau des Turmes mit seinem spätgotischen Portal blieb stehen. Seine damals schlanke Spitze musste jedoch wegen Baufälligkeit abgetragen werden . Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhielt der Turm eine Haube im barocken Stil. Baumeister war Daniel Junghanßen. Auf seiner Wetterfahne war die Jahreszahl 1709 zu lesen. 1871/72 baute man ein neues Kirchenschiff, das vorwiegend neogotische Stilelemente zeigt. Der Eingang zu diesem Kirchenschiff hat genau wie das Eingangsportal ein spätgotisches Türgewände. Die dem ersten Weltkrieg geopferten Bronzeglocken wurden 1920 durch Stahlglocken ersetzt. Die drei Stahlglocken, deren größte Glocke die Inschrift „Glaube“ trägt, rufen noch heute zur Andacht und zum Gebet. Die Kirche wurde eigentlich etwas zu groß gebaut, in ihr finden ca. 600 Besucher Platz.

Erlbach innen 1Auch an dem neuen Gotteshaus nagte der Zahn der Zeit. Die Kirche war nach über 100 Jahren in einem so schlechten Zustand, dass 9 Jahre kein Gottesdienst darin gefeiert werden konnte. 1988 konnten dann endlich die Bauarbeiten am Kirchturm beginnen. Am 26. Mai 1989 öffnete man den Turmknopf. Er enthielt zwei Silbermünzen und Schriftstücke aus den Jahren 1862, 1707 und 1757. Der Turmknopf wurde repariert und eine neue Wetterfahne aus Kupferblech in Form und Größe der alten Fahne gefertigt. In das Blatt arbeitete man die Jahreszahl 1989 und einen Stern ein. Es folgten Kupferklempner- und Dachdeckerarbeiten. Die Turmspitze und die Wetterfahne wurden neu vergoldet und die alte Uhr erhielt ein neues Zifferblatt. Die Baumaßnahmen waren 1991 beendet und im März 1992 erhielt die Kirche noch eine neue Läutanlage.

Im Herbst 1992 begann die Restaurierung des Kirchenschiffes mit der Erneuerung des Kirchendaches, das nun von einem neuen Sandsteinkreuz gekrönt wird. (Das Dach des Altarraumes ließ man schon 1990/91 erneuern.) 1995 bekam die Kirche endlich auch eine Heizung. Die Erlbacher Kirche war die einzige Kirche in der Ephorie, die nicht geheizt werden konnte. Im Winter fand der Gottesdienst im Pfarrsaal statt. Im Rahmen der Innenrestaurierung erhält sie eine neue Holzdecke mit der ursprünglichen Malerei, auch die Emporenmalerei wurde dem ursprünglichen Aussehen nachgestaltet. Neue Fenster wurden eingebaut, Fußbodenplatten verlegt und die Elektroanlage erneuert. Nach Abschluss der Malerarbeiten im Kirchenschiff erfolgte die Ausmalung des Altarraumes sowie die Restaurierung der Gewölberippen des Triumphbogens und die Sandsteinrestaurierung der Kanzel. Auch der Altartisch wurde neu aufgesetzt. Das barocke Kruzifix und den spätgotischen Flügelaltar ließ man restaurieren. Sie zieren nun wieder das im neuen Glanz erstrahlte Kirchenschiff.

erlbach altarAm 3. November 1996 zum 125jährigen Kirchweihjubiläum wurde die Erlbacher Kirche neu geweiht. Die Feierlichkeiten wurden von den Klängen der alten zweimanualigen Orgel umrahmt. Sie ist ein Werk von Orgelbaumeister Bärmig aus Werdau. Sie wurde 1871 in die damals neu errichtete Kirche eingebaut.

Auch der um 1490 von einem unbekannten Meister geschaffene Flügelaltar erhielt eine neue Weihe. Er ist das Juwel der Kirche. In seinem Mittelschrein befinden sich drei geschnitzte und bemalte Heiligenfiguren aus vorreformatischer Zeit. Es ist links der hl. Sebastian, in der Mitte der hl. Christopherus und rechts vermutlich der hl. Laurentius. Die Flügel sind bemalt. Auf der Innenseite der Flügel befinden sich vier Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. Auf der Rückseite der Flügel befinden sich auch bildhafte Darstellungen. Links oben finden wir den hl. Sebastian und unten Jesus auf dem Ölberg. Rechts oben ist die Geißelung des Herrn und unten die Marter des hl. Laurentius zu erkennen.

Die Sakristei, der Vorhof der Kirche sowie der Treppenaufgang und das Tor wurden 2002 erneuert. Ebenso sind Parkplätze in diesem Zusammenhang geschaffen worden.

Sollten Sie neugierig geworden sein und möchten diese Kirche einmal ansehen, klingeln Sie doch einfach im Pfarrhaus.

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